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Die Caritas-Sozialstation startet den Betreuungsnachmittag für an Demenz Erkrankte in Johannesberg.

Ab sofort betreut die Caritas-Sozialisation St. Stephanus jeden Donnerstag von 14 – 17 Uhr im Mehrgenerationenhaus demente Senioren aus Johannesberg und Umgebung und verschafft dadurch den betreuenden Angehörigen eine Verschnaufpause von der täglichen häuslichen Pflege.

 Der erste Betreuungsnachmittag wurde feierlich von Pfr. Nikolaus Hegler, Fr. Dr. Bonita Hoffmann als Stellvertreterin des im Urlaub verweilenden Bürgermeisters Zenglein, dem Leiter des Mehrgenerationenhauses Diakon Fuchs  und dem 1. Vorsitzenden der Caritas-Sozialisation St. Stephanus, Gerhard Zang eröffnet. Unter Leitung von Herrn Volker Gehlert als gerontopsychiatrische Fachpflegekraft, der bereits die Betreuungsgruppe in Hösbach erfolgreich aufgebaut hat, werden die Gäste mit Unterstützung von ehrenamtlichen Helferinnen der Nachbarschaftshilfe Johannesberg betreut. Zeit für pflegende Angehörige Einkäufe zu erledigen oder einfach einmal spazieren zu gehen oder auszuruhen. „Ohne das vorbildliche ehrenamtliche Engagement dieser Frauen wäre der Aufbau einer solchen Gruppe undenkbar“, betont Frau Anneliese Brönner, kaufm. Leiterin der Caritas Sozialstation in Hösbach.

 Jeder Nachmittag beginnt mit einer gemütlichen Runde am liebevoll gedeckten Kaffeetisch. Den Kuchen steuern ebenfalls einige ehrenamtliche Unterstützerinnen bei. „Im Vordergrund sollen für die Gäste Freude, Begegnung, Spiel und Kreativität stehen. Wobei natürlich die Fachlichkeit und Qualität nicht außer Acht gelassen wird. Biografie Arbeit und das personenzentrierte Betreuungskonzept nach Tom Kitwood bilden die konzeptionelle Basis der Gruppe“, erläutert Gehlert.

 Die inhaltliche Gestaltung ist heute der Jahreszeit angepasst – so das Thema „Der Herbstwald“, bei dem der Wald in den Gruppenraum gebracht wurde. Es gibt Zweige, Blätter, buntes Laub, Pilze, Moos und allerlei Früchte, Nüsse und Zapfen zu betrachten, zu begreifen und zu „beschnuppern“ und viel zu erzählen von früheren Ausflügen in den Spessart oder auch von der schweren Waldarbeit. Das Programm passt sich dabei den Wünschen der Gäste an – nicht umgekehrt.

 Die dementen Menschen können auf diese Weise die Erfahrung machen, dass sie wertgeschätzt sind und ihre Wünsche und Erfahrungen ernst genommen werden. Längerfristig soll dieses Gruppenangebot aber nicht nur Angehörige entlasten und Demenzerkrankte fördern, sondern Barrieren und Vorurteile abbauen, indem Begegnung ermöglicht wird. Örtliche Vereine sollen dabei ebenso einbezogen werden, wie der Kindergarten. Einige Gäste werden von ihren Angehörigen gebracht, andere vom Fahrdienst der Caritas-Sozialstation zuhause abgeholt. Ein größeres Fahrzeug, mit dem manche körperlich eingeschränkte Teilnehmer besser transportiert werden könnten, steht noch auf dem Wunschzettel der Sozialstation.

 Hintergrund: Durch Pflegegeld, Tagesstätten etc. werden gute Anreize geschaffen, Betroffene zuhause durch Angehörige zu pflegen. Für viele Angehörige heißt dies aber oft Aufgabe der eigenen Wünsche und einen aufopfernden Dienst am Angehörigen. Um den Angehörigen regelmäßig Freiraum für persönliche Belange und Erholung zu schaffen, bietet die Caritas-Sozialstation St. Stephanus bereits seit 2011 einen Betreuungsnachmittag in Hösbach an. Dieses Angebot wird so gern angenommen, dass das Angebot deshalb ab dieser Woche auch auf Johannesberg ausgedehnt wurde.

 Durch die von den Pflegekassen zusätzlich zum Pflegegeld bereitgestellten Mittel kann jeder Demenzkranke dieses Entlastungsangebot fast kostenfrei wahrnehmen. Wenn der Fahrdienst der Caritas Sozialstation die Gäste abholen soll (dies ist in einem Umkreis von 8 km von Johannesberg möglich), fällt eine kleine Fahrtkostenpauschale an. Sogar Personen ohne Pflegestufe, die ein dementielles Problem haben, können dieses Angebot von der Pflegekasse bezahlt bekommen. Wer also für einen demenzkranken Angehörigen sorgt, sollte auch einmal für seine eigenen Kräfte und seine Gesundheit sorgen. Beratung zu allen pflegerischen Themen gibt es kostenlos unter  Telefon-Nr. 06021/56666. Das Büro ist von Mo.-Fr. von 8.00 bis 15.00 erreichbar.

 

 

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